Klinik-News
Sommerhitze: Mehr Patienten in den Notaufnahmen
Datum: 03.07.2009
Asklepios Kliniken verzeichnen seit Wochenbeginn einen deutlichen Zulauf
Was erfahrene Notfallmediziner bei der Sommerhitze empfehlen
Die Notaufnahmen der Hamburger Asklepios Kliniken verzeichnen seit Wochenbeginn einen verstärktes Aufkommen von Patienten mit hitzebedingten Beschwerden. Besonders stark ist der Zulauf in den Asklepios Kliniken Altona, Nord und St. Georg: Hier ist bereits jeder zehnte Patient ein Hitzepatient. In der Asklepios Klinik Bad Oldesloe stieg die Anzahl der Patienten sogar um 25 Prozent an. „Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufprobleme, allgemeines Unwohlsein - das sind die üblichen Symptome, mit denen die Patienten zu uns kommen", sagt Dr. Michael Ehnert, Ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme (Innere) der Asklepios Klinik St. Georg. „Viele Patienten, insbesondere ältere Menschen, trinken bei der Hitze zu wenig und sind dann regelrecht ausgetrocknet", so Dr. Ehnert. Durch den Flüssigkeitsmangel drohe die Gefahr einer Bewusstlosigkeit, in schweren Fällen könne es sogar zu Organversagen kommen, warnt der Notfallmediziner.
Auch in den Notaufnahmen der anderen Hamburger Asklepios Kliniken ist die Sommerhitze ein Thema. Im Asklepios Westklinikum Hamburg (Rissen) wurden allein in der vergangenen Nacht etwa 20 Patienten mit hitzebedingten Beschwerden aufgenommen. Die Klinik musste sogar zusätzliches medizinisches Personal aus der Rufbereitschaft aktivieren. In der Notaufnahme der Asklepios Klinik Altona wurden seit Beginn der Hitzewelle zehn Prozent mehr Patienten verzeichnet - vor allem ausgetrocknete Patienten und auch vermehrt Freizeitunfälle. In der Asklepios Klinik Nord wurden ungewöhnlich viele Patienten mit hitzebedingten Beschwerden aus den umliegenden Alten- und Pflegeheimen aufgenommen, aber auch vermehrt Verletzte nach Sportunfällen in der Freizeit. Hier stieg die Zahl der Patienten ebenfalls um mehr als zehn Prozent. In den Asklepios Kliniken Barmbek, Harburg und Wandsbek rechnet man vor allem für das kommende Wochenende mit einem vermehrten Patientenaufkommen in den Notaufnahmen, insbesondere aus den Alten- und Pflegeeinrichtungen.
Die sieben „goldenen Regeln" der Mediziner
Während die meisten Menschen die Sommerwärme voll genießen, sollten vor allem ältere Mitbürger vorsichtig sein und die folgenden Regeln beachten:
- Tragen Sie luftige Kleidung!
- Halten Sie sich in kühlen Räumen auf!
- Vermeiden Sie ungewohnte körperliche Anstrengung!
- Setzen Sie sich nicht der prallen Sonne aus (z.B. bei der Arbeit im Garten)!
- Gönnen Sie sich eine verlängerte Mittagspause, machen Sie Siesta!
- Achten Sie auf leichte Kost wie Gemüse, Fisch oder Obst
- Trinken Sie mehr als sonst, „immer über den Durst", aber keinen Alkohol!
Zum Hintergrund: Bei Hitze verbraucht der Körper mehr Natrium. Deshalb ist es ratsam, natriumreiches Mineralwasser zu trinken uns sich eine Extraprise Kochsalz zu gönnen. Auch eine Bouillon-Suppe oder Salzstangen sind hilfreich. Der Flüssigkeitsbestand von Kindern beträgt 75 Prozent des Körpergewichts, der von Älteren nur noch 50 Prozent. Ältere Menschen reagieren daher empfindlicher auf Flüssigkeitsverlust, z. B. durch Schwitzen. Bei großer Hitze geht mit dem Körperwasser immer auch das Natriumsalz mit verloren. Und zwar vor allem aus den Körperzellen einschließlich Nervengewebe. Diese trocknen dann regelrecht aus. Man wird dadurch müde und matt, die Reaktionsfähigkeit lässt nach, was unter anderem im Straßenverkehr riskant ist. Im Extremfall kann es zu regelrechten Verwirrtheitszuständen kommen. Aber auch das Herzkreislaufsystem ist gefährdet durch ein Versacken des Blutes mit Blutdruckabfall und durch Eindicken des Blutes mit Thrombose und Embolie.
Da im Alter auch das spontane Durstgefühl nachlässt, lautet eine der goldenen Regeln „Trinken Sie über den Durst". In Einrichtungen wie Heimen oder Krankenhäusern wird regelmäßig zum Trinken animiert und an Hand von Trinkplänen die Flüssigkeitsaufnahme auch kontrolliert. Ältere Autofahrer sollten ebenfalls ein Prinzip der Regelmäßigkeit pflegen, nämlich eine Pause zum Abkühlen und Trinken alle zwei Stunden einlegen. Dies ist umso wichtiger, da die fehlende Konvektion (Wärmeabgabe) im überhitzten Auto fatale Folgen für Reaktionsvermögen und Körperkreislauf hat.
Im Notfall immer 112 anrufen!
Was aber tun, wenn es zu Hitzschlag oder Kollaps gekommen ist? Verständigen Sie den Rettungsdienst der Feuerwehr unter der bekannten Telefonnummer 112. Bringen Sie den Betroffenen an einen kühlen Ort, lockern Sie seine Kleidung, kühlen Sie mit feuchten Tüchern ab und reichen Sie Getränke, nicht zu kühl und nicht zu viel auf einmal. Übrigens: Halten Wärmeperioden mit Temperaturen bis 30° Celsius über eine Woche lang an, akklimatisiert sich der Körper in der Regel ganz gut. Für diese Phase der Zeit der Wetter-Erwärmung benötigt der Mensch aber vermehrt Wasser, Mineralien und Kochsalz.
Für Rückfragen:
Rudi Schmidt
Asklepios Kliniken Hamburg
(0 40) 18 18-82 66 30
rudi.schmidt@asklepios.com