Klinik-News

Initiative „Still geboren" erhält Christlichen Gesundheitspreis

Datum: 26.01.2010

Pressemitteilung des Albertinen-Krankenhaus

Die Initiative „still geboren" im Albertinen-Krankenhaus in Hamburg-Schnelsen ist mit dem 1. Platz des Christlichen Gesundheitspreises ausgezeichnet worden. Im Rahmen von „still geboren" wird eine umfassende und langfristige Begleitung von Eltern und Angehörigen ermöglicht, deren Kinder während der Schwangerschaft oder während der Geburt versterben. Der Preis wurde im Rahmen des 2. Christlichen Gesundheitskongresses in Kassel erstmalig vergeben. In der Laudatio würdigte Unternehmensberater, Autor und Hochschullehrer Professor Martin Beck die Initiative als wunderbares Zeichen von Ökumene, bei der Christen unterschiedlicher Konfessionen in der Begleitung Trauernder vereint seien.

Entstanden ist die Initiative „still geboren" 1996 aus der Erfahrung, dass viele Eltern in der Situation einer Totgeburt völlig auf sich allein gestellt sind und auch in ihrem gewohnten sozialen Umfeld kaum Unterstützung finden. Die Initiative bietet daher in einem Netzwerk von Ärzten und Hebammen, Krankenschwestern, Seelsorgern und Ehrenamtlichen den betroffenen Eltern - unabhängig von ihrer religiösen und kulturellen Herkunft - Begleitung, Trost und Hilfe an.

Intensive Betreuung
Das beginnt manchmal schon vor der Geburt und setzt sich in einer intensiven Betreuung während der Entbindung im Kreißsaal fort. Die Begleiter sorgen dafür, dass die trauernden Eltern ihr verstorbenes Kind in die Arme nehmen können und gemeinsam mit dem Krankenhausteam Abschied nehmen. Auf Wunsch wird auch gern der Pastor oder Seelsorger der eigenen Kirchengemeinde dazu gerufen. Selbstverständlich können auch Angehörige und Freunde mit dabei sein. Die Begleitung setzt sich dann fort durch das Angebot, zu jeder Zeit mit dem Krankenhaus-Seelsorger Kontakt aufzunehmen und das Gespräch zu suchen, auch nach dem Aufenthalt in der Klinik.

Eigene Grabstelle
Eltern, die im Albertinen-Krankenhaus ihr Kind verlieren, dürfen auch bei der Bestattung und bei der Gestaltung der Trauerfeier und der Beisetzung die Hilfe von „still geboren" in Anspruch nehmen. Für nichtbestattungspflichtige Kinder hat die Initiative dafür eine eigene Grabstelle geschaffen, wo auch der Name des Kindes eingraviert werden kann. Für viele Eltern und Familien ist diese Grabstelle mittlerweile ein wichtiger Ort des Gedenkens, der Trauer und des Dankes geworden. Dieses Angebot wird durch freiwillige Spenden getragen, so dass auch Eltern, die es sich sonst nicht leisten könnten, eine Möglichkeit haben, ihr Kind beisetzen zu lassen. Durch Spenden der verschiedenen Kirchen in Hamburg-Schnelsen und anderer wohltätiger Einrichtungen, sowie dem Bezirksamt Eimsbüttel der Freien und Hansestadt Hamburg und betroffener Eltern wurde 2003 der Kauf und die Gestaltung einer Grabstelle möglich. Die laufenden Kosten der Grabpflege haben die Kirchengemeinden der angrenzenden Stadtteile gemeinsam mit dem Albertinen-Diakoniewerk übernommen.

Gesprächskreis
Langfristig werden die betroffenen Eltern durch die Initiative in einem Gesprächskreis begleitet, in dem sich seit  November 1996 betroffene Mütter und Väter zusammenfinden. Unter der Leitung geschulter Hebammen und  Seelsorger können sie hier mithilfe professioneller Begleitung ihrem Schmerz und ihrer Trauer Raum geben und in der Begegnung mit anderen Betroffenen Unterstützung und Hilfe finden sowie neue Perspektiven entwickeln. Manche Eltern kommen auch nach einer erneuten, gut verlaufenen Schwangerschaft weiterhin zu diesem Gesprächskreis.

Ökumenischer Gedenkgottesdienst
Einmal im Jahr findet im Rahmen der Initiative „still geboren" in der „Kirche am Krankenhaus" ein ökumenischer Gedenkgottesdienst statt, der von ehrenamtlichen Mitarbeitern der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde und den betroffenen Eltern gemeinsam mit hauptamtlichen Mitarbeitern der Klinik und der Kirchengemeinden vorbereitet und durchgeführt wird und an dem die betroffenen Eltern oft mit ihrer ganzen Familie, ihren Verwandten und Freunden teilnehmen. Jeder hat dort die Möglichkeit, eine selbst gestaltete Gedenkkerze zu entzünden und den Namen des verstorbenen Kindes zu nennen. Zu diesem Gedenkgottesdienst sind alle eingeladen, die sich den Trauernden verbunden wissen. Regelmäßig nehmen auch Eltern teil, die vor vielen Jahren oder gar Jahrzehnten ein Kind verloren haben, bisher aber noch nie die Möglichkeit hatten, ihrem Verlust und ihrer Trauer so Ausdruck zu verleihen.

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