Klinik-News

Drei Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet

Datum: 15.02.2010

Verleihung des Dr. Martini-Preises im UKE

Gleich drei hervorragende Nachwuchswissenschaftler aus Hamburger Krankenhäusern erhalten in diesem Jahr den renommierten Dr. Martini-Preis im Rahmen einer Feierstunde im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Den Preis erhalten in mdiesem Jahr Dr. Kim Hinkelmann, Dr. Friedhelm Hummel und Dr. Henning Wege.

Die ausgezeichneten Arbeiten zeigen in vorbildlicher Weise, dass klinische Grundlagenforschung zu einer Verbesserung der Behandlung von Kranken führen kann", sagte Prof. Dr. Ansgar W. Lohse, Vorsitzender des Kuratoriums und Direktor der I. Medizinischen Klinik des UKE. Die Verfügbarkeit hoch qualifizierter Arbeitskräfte ist ein entscheidender Faktor im Wettbewerb der Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts. Der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses kommt dabei herausragende Bedeutung zu", sagt Hamburgs Wissenschaftssenatorin Dr. Herlind Gundelach. Diese Auszeichnung des Wissenschaftlichen Nachwuchses zeigt auch, dass das UKE dem Heranbilden von exzellentem Nachwuchs traditionell eine große Bedeutung zumisst", sagt  Prof. Dr. Dr. Uwe Koch-Gromus, Dekan der Medzinischen Fakultät des UKE.

Ausgezeichnet wurde in diesem Jahr die 36-jährige Dr. Kim Hinkelmann, Klinik und,Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des UKE. Dr. Hinkelmann beschäftigt sich in,ihren Arbeiten mit dem Zusammenhang zwischen Depression und dem Stresshormon Cortisol. Bei depressiven Patienten wird häufig erhöhtes Cortisol gefunden, das über so genannte Glucocorticoid- und Mineralocorticoid-Rezeptoren wirkt. Gleichzeitig weisen die Patienten häufig Gedächtnisprobleme auf, die durch Beeinträchtigungen in einer bestimmten Gehirnregion (Hippocampus) erklärt werden können. Die Hippocampus-Region ist nicht nur zentral an der Gedächtnisfunktion beteiligt, sondern auch reich an Mineralocorticoid- Rezeptoren. Dr. Hinkelmann konnte zeigen, dass erhöhtes Cortisol bei depressiven Patienten zu einer Beeinträchtigung der Hippocampus-abhängigen Gedächtnisfunktionen führt. Darüber hinaus wies sie nach, dass bei spezifischer medikamentöser Aktivierung der Mineralocorticoid-Rezeptoren zusätzlich zu einem Standardantidepressivum das Cortisol gesenkt werden konnte und die Patienten früher auf die antidepressive Therapie ansprachen.

Den Dr. Martini-Preis erhielt zudem der 38-jährige Dr. Henning Wege, I. Medizinische Klinik des UKE. Dr. Wege erhält die Auszeichnung für seine Arbeit zur Untersuchung molekularer Mechanismen zur Leberkrebsentstehung. Dr. Wege konnte zeigen, dass die Aktivierung eines bestimmten Signalwegs in imortalisierten Zellen, das sind Zellen mit unbegrenzter Wachstumsfähigkeit, Eigenschaften von Krebszellen auslöst. Diese Untersuchungen bestätigen somit die treibende onkogene Funktion dieses so genannten Wnt/b-Catenin-Signalwegs und legen eine Untersuchung als therapeutische Zielstruktur nahe.

Außerdem ausgezeichnet wurde Dr. Friedhelm Christoph Hummel, 40 Jahre, für seine Untersuchung des sensomotorischen Systems von Patienten mit dem so genannten Tourette Syndrom mit moderner transkranieller Magnetstimulation. Das Tourette-Syndrom ist eine komplexe Erkrankung die sich aus motorischen und vokalen Tics und anderen neuropsychiatrischen Symptomen zusammensetzt. Motorische Tics sind ungewollte, plötzlich auftretende, repetitive Bewegungen, die häufig normalen Bewegungen sehr ähnlich sind, aber im Rahmen eines falschen Kontextes auftreten. Im Zuge dieser Arbeit konnte das Team um Dr. Hummel zeigen, dass eine pathologische Enthemmung des motorischen Kortex, die in Ruhe bei GTS Patienten besteht, während einer willentlichen Bewegung vom pathologischen in ein physiologisches Muster (wie bei gesunden Kontrollen) umspringt. Je ausgeprägter dieses 'Umspringen' in ein physiologisches Muster war umso weniger Tics traten bei den Patienten auf. Diese bisher nicht beschriebenen Befunde ergaben die Grundlage für ein Modell zum Verständnis von  daptiven Prozessen zur Tic-Kontrolle während willentlicher Bewegungen und könnten eine erste Basis zur Entwicklung innovativer interventioneller therapeutischer Strategien für Patienten mit Tourette darstellen.

Die Stiftung wurde 1880 von Freunden und Kollegen des im gleichen Jahr jung verstorbenen Chirurgen Dr. Erich Martini gegründet und verleiht seither jährlich an seinem Todestag den in diesem Jahr mit 7.500,- Euro dotierten Preis.

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