Klinik-News

Boberger Handchirurgie zum „Hand-Trauma-Center" ernannt

Datum: 29.07.2010

Zentrum für Handchirurgie am Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhaus Hamburg (BUKH) erhält Zertifikat von europäischem Fachverband

Seit vielen Jahren ist das Berufsgenossenschaftliche Unfallkrankenhaus Hamburg (BUKH) nicht zuletzt dank des ausgezeichneten Rufes seiner Handchirurgie weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Jetzt wurde die Abteilung für Handchirurgie, Plastische und Mikrochirurgie des Hauses von der FESSH (Federation of European Societies of Surgery of the Hand) als „Hand-Trauma-Center" zertifiziert.

Es kann beim Rasenmähen passieren, an der Kreissäge, bei Explosionen,  beim Verkehrsunfall oder an Waldmaschinen: Bei etwa  30 bis 40 Prozent aller Unfälle in Freizeit und Beruf sind die Hände betroffen. Leider werden die dabei erlittenen Verletzungen jedoch nicht selten unterschätzt. Während komplexe Fälle meist direkt den spezialisierten Zentren zugewiesen werden, werden scheinbare Bagatellverletzungen oft gar nicht oder falsch behandelt - mit oft erheblichen Folgen für die Betroffenen, die als Folge davon häufig Hände oder Finger nicht mehr uneingeschränkt benutzen können.

Zeit spielt bei der Versorgung gerade komplexer Verletzungen eine entscheidende Rolle: Je schneller sich ein Expertenteam um den Patienten kümmern kann, desto größer ist die Chance auf Heilung bzw. größtmögliche Wiederherstellung der Funktion von Händen und Fingern. Deshalb hat die FESSH als Standard für ein Hand-Trauma-Center festgelegt, dass an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr mindestens drei Handchirurgen für den Notfalldienst bereit stehen - Voraussetzungen, die am BUKH bereits seit Jahrzehnten erfüllt werden.

Schließlich wurde am BUKH die deutsche Handchirurgie mit aus der Taufe gehoben. Der erste Chefarzt Prof. Dr. med. Buck-Gramcko setzte bis heute gültige Richtlinien und Standards, die als „Boberger Schule" in der Fachwelt bekannt sind. Dieser Tradition und exzellenten Qualität hatte sich der Nachfolger Prof. Dr. Partecke sowie nun auch das Team unter dem heutigen Chefarzt Dr. med. Klaus-Dieter Rudolf verschrieben. Mit jährlich knapp 3.800 Operationen, wovon in der Regel ein gutes Drittel auf Notfälle zurückzuführen sind, gehörte Boberg schon immer zu den größten handchirurgischen Abteilungen in Deutschland.

Auch das Konzept der Heilbehandlung aus einer Hand wird in der Abteilung gelebt und umgesetzt. So überwachen und steuern die Ärzte der Handchirurgie auch die nachfolgenden Rehabilitationsmaßnahmen, denen neben der Erstversorgung ein entscheidender Anteil am Therapieerfolg zukommt. Neben jährlich etwa 325 Patienten, die in den Genuss einer stationären Übungstherapie kommen, spielt dabei die ambulante Rehabilitation eine erhebliche Rolle. Eine Vielzahl von Menschen werden von den Boberger Experten Jahr für Jahr wieder an den Einsatz der verletzten Hand in Beruf und Freizeit herangeführt.

Entsprechend verwundert es nicht, dass der erst kürzlich eingereichte Antrag für die Zertifizierung als „Hand-Trauma-Center" von der FESSH positiv beschieden wurde. „Die erforderlichen Kriterien sind bei uns schon seit langem Standard. Deswegen bedurfte es auch keines besonderen Aufwands, um den Anforderungen der FESSH zu genügen. Auf jeden Fall bedeutet diese Zertifizierung aber eine Bestätigung für die Arbeit unseres Teams und ist Ansporn für die Zukunft", betont Dr. Rudolf.

Die Abteilung für Handchirurgie, Plastische und Mikrochirurgie mit Zentrum für Schwerbrandverletzte verfügt über 70 Betten und ist damit das größte „Hand-Trauma-Center" in Norddeutschland. 24 Ärztinnen und Ärzte stellen an 365 Tagen rund um die Uhr die handchirurgische Versorgung im BUKH sicher.

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