Pressemitteilung

Gute Behandlungsqualität: Orthopädische Kliniken in Hamburg bundesweit führend

Datum: 25.11.2009

Krankenhausspiegel mit neuen Daten jetzt online – Herausragende Ergebnisse beim Knie- und Hüftgelenkersatz

Wer eine neue Hüfte oder ein künstliches Kniegelenk benötigt, ist in Hamburgs Krankenhäusern bestens aufgehoben. Die aktuellen Qualitätsergebnisse, die jetzt unter www.hamburger-krankenhausspiegel.de
veröffentlicht wurden, sind bei orthopädisch-chirurgischen Behandlungen wie Gelenkersatz oder Oberschenkelhalsbruch zum Teil deutlich besser als im Bundesdurchschnitt. „Die Operationen verlaufen in allen Hamburger Krankenhäusern bis auf wenige Ausnahmen komplikationslos, die Patienten kommen schnell wieder auf die Beine und können bei ihrer Entlassung selbständig gehen", sagte Dr. Thorsten Gehrke, Ärztlicher Direktor der ENDO-Klinik, heute anlässlich der Vorstellung der Jahresergebnisse 2008 von EQS und Hamburger Krankenhausspiegel im Rahmen der gemeinsamen Landesergebniskonferenz.

Rund 10.000 Hamburger haben im vergangenen Jahr ein Knie- bzw. Hüftgelenk implantiert bekommen oder wurden nach einem Oberschenkelhalsbruch operiert. Unabhängige Prüfgremien haben hierzu - und zu zahlreichen weiteren Leistungsbereichen wie Geburtshilfe, Herzkatheteruntersuchungen oder Brustkrebsoperationen - Qualitätsdaten erhoben, die in leicht verständlicher Sprache und mit übersichtlichen Schaubildern unter www.hamburger-krankenhausspiegel.de auf den neu gestalteten Seiten des Hamburger Krankenhausspiegels dargestellt sind.

Hüftgelenkersatz: Alle Patienten mit Antibiotika vor Infektion geschützt
Besonders gut waren die Ergebnisse beim künstlichen Hüftgelenkersatz. Um eine Wundinfektion zu vermeiden, sollen Patienten während der Operation mit Antibiotika behandelt werden. Diese Empfehlung wurde 2008 bei allen 4.033 Patienten der im Krankenhausspiegel vertretenen Kliniken in die Tat umgesetzt. Der Erfolg dieser Maßnahme wird beim Qualitätsmerkmal Wundinfektionen deutlich: Lediglich bei zehn Patienten (0,2 Prozent) entzündete sich die operierte Stelle, auf Bundesebene trat diese Komplikation dreieinhalb Mal so häufig auf. Dr. Gehrke: „Auch die klinischen Behandlungsergebnisse waren in Hamburg mitunter deutlich besser als auf Bundesebene. Bis auf sieben der 4.000 mit einem künstlichen Hüftgelenkersatz versorgten Patienten konnten alle bei ihrer Entlassung selbständig gehen. Und 97,8 Prozent der Patienten wurde eine gute Beweglichkeit bescheinigt - 9 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt!" Ähnlich gut waren auch die Ergebnisse beim Kniegelenkersatz, der 2008
fast 3.000 Mal in Hamburger Kliniken durchgeführt wurde.

Oberschenkelhalsbruch: Nur selten Komplikationen in der Hansestadt
Ein Oberschenkelhalsbruch trifft vor allem Menschen im höheren Lebensalter und ist meist auf einen Sturz zurückzuführen. „Erhält ein Patient mit Oberschenkelhalsbruch ein künstliches Hüftgelenk, hat er gute Chancen, seine Mobilität wieder ganz zurück zu gewinnen", erklärte Dr. Ralf Gütschow, Leiter der Chirurgischen Abteilung Unfall- und Wiederherstellungschirurgie der Asklepios Klinik Barmbek. Wichtigste Voraussetzung ist jedoch, dass der Hüftgelenkersatz richtig sitzt. Das Gelenk darf sich während oder nach der Operation nicht verschieben oder gar brechen. In Hamburgs Kliniken ist nur in 0,8 Prozent der Fälle (19 von 2.515 mit einem Oberschenkelhalsbruch versorgte Patienten) eine solche Komplikation aufgetreten, bundesweit lag der Anteil um 50 Prozent höher. Auch Nachblutungen oder Blutergüsse waren in Hamburg mit 0,9 Prozent nicht einmal halb so oft wie im Bundesdurchschnitt (2,1 Prozent). Insgesamt hat sich die Versorgungssituation der Patienten mit Oberschenkelhalsbruch deutlich verbessert: Nur 8,4 Prozent der Patienten wurden 2008 nicht innerhalb von 48 Stunden nach dem Unfall operiert; 2005 waren es noch 14,3 Prozent. „Ein Oberschenkelhalsbruch hat oft schwer wiegende Folgen wie den Verlust von Selbständigkeit. In Hamburgs Krankenhäusern werden die Patienten jedoch ausgezeichnet versorgt. Die Ergebnisse sind bei fast allen Qualitätsmerkmalen besser oder ebenso gut wie auf Bundesebene", sagte Dr. Gütschow.

Bundeswehrkrankenhaus und Patienten-Initiative neu im Krankenhausspiegel
Der Krankenhausspiegel erfreut sich weiter steigender Beliebtheit und ist aus dem Hamburger Gesundheitswesen nicht mehr wegzudenken. Mit dem Bundeswehrkrankenhaus Hamburg ist erneut eine große Klinik dazugekommen, so dass die Zahl der im Krankenhausspiegel vertretenen Häuser von ursprünglich 19 auf jetzt 27 gestiegen ist. Abgedeckt werden damit mehr als 95 Prozent der stationären Krankenversorgung der Hansestadt. „Im Hamburger Krankenhausspiegel wird die Behandlungsqualität der Kliniken dieser Stadt in einmaliger Art und Weise anschaulich gemacht", erläuterte Dr. Claudia Spenk, Geschäftsführerin der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft. „Jeder Patient kann sich ausführlich von der aktuellen Leistungsfähigkeit unserer Krankenhäuser überzeugen und diese mit den Ergebnissen der Vorjahre vergleichen."

Als neuen Projektpartner neben AOK Rheinland/Hamburg, Ärztekammer, BARMER, Techniker Krankenkasse und Verbraucherzentrale konnte der Krankenhausspiegel, der eng mit der EQS-Hamburg zusammenarbeitet, die Patienten-Initiative e.V. begrüßen. Alle Projektpartner befürworten, dass Patienten die Behandlungsqualität der Hamburger Krankenhäuser einsehen und vergleichen können. Sie legen besonderen Wert auf die  Patientenverständliche Darstellung komplizierter medizinischer Sachverhalte im Krankenhausspiegel und setzen das Portal auch bei der Patientenberatung ein. Dies gelingt nun noch anschaulicher, denn der Webauftritt hat sich unter www.hamburger-krankenhausspiegel.de ein neues Gesicht gegeben, das mit mehr Serviceelementen versehen ist und sich noch stärker an den Interessen des Nutzers orientiert.

Bundesweit über 1.700 Kliniken und 3,8 Millionen Patienten beteiligt
Die Behandlungsqualität in Krankenhäusern wird in 23 Leistungsbereichen bundesweit einheitlich geprüft. Über 1.700 der bundesweit 2.100 Kliniken sind mit 3,8 Millionen behandelten Patienten an der so genannten externen Qualitätssicherung beteiligt. In Hamburg wurden über 700.000 Datensätze von Patienten durch die EQS-Hamburg (die Landesgeschäftsstelle Qualitätssicherung) geprüft. In Hamburg werden noch 5 weitere Leistungsbereich sowie eine landesweite Patientenbefragung von Patienten nach der Narkose erfasst. Diese Prüfung umfasst insgesamt 240 Qualitätsindikatoren. Bei der Prüfung wurden dabei über 400 Dialoge mit den Hamburger Krankenhäusern geführt und bewertet. Auf diese Weise entsteht ein umfassendes Bild der Krankenversorgung in Hamburg. Die Ergebnisse werden jedes Jahr aufs Neue veröffentlicht - für Hamburg auf der gemeinsamen  Landesergebniskonferenz von EQS-Hamburg und Hamburger Krankenhausspiegel am heutigen Tag in der  Ärztekammer.

Pressekontakt
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