Pressemitteilung
Sparprogramme gefährden hochwertige Medizin
Datum: 24.06.2010
Die HKG zur Finanzierung von Innovationen
Die Patienten in Deutschlands Krankenhäusern erhalten schon heute nicht immer und nicht flächendeckend die beste verfügbare Medizin. Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, die häufig schonender sind und neue therapeutische Ansätze verfolgen, können nur mit erheblichem Zeitverzug und umfangreicher Bürokratie in die Krankenhausversorgung eingeführt werden. „Diese Verfahren müssen vereinfacht und beschleunigt werden", so Peter Oberreuter, erster Vorsitzender der HKG. „Für Innovationen sollte grundsätzlich allen Krankenhäusern ein zusätzliches Innovationsbudget zur Verfügung stehen, das auch für krankenhausinterne Innovationen und Investitionen für modernste Diagnostik- und Therapiegeräte verwendet werden kann."
Aktuell drohen jedoch für die gesamte Krankenhausfinanzierung erhebliche Restriktionen, da die ersten Krankenkasseninsolvenzen politischen Aktionismus auf den Plan rufen. Pauschale Sparprogramme könnten schlimmstenfalls die Folge sein. Die Forderungen des GKV Spitzenverbandes nach einer „Nullrunde" für die Krankenhäuser würde für Hamburg eine Absenkung des Etats von bis zu 80 Mio. Euro bedeuten. Um Einsparungen in einem solchen Umfang umsetzen zu können, müssten alleine in Hamburg rund 1.000 Stellen bei Ärzten, in der Pflege oder in der Verwaltung abgebaut werden. Die jüngsten vereinbarten Tariflohnsteigerungen würden nicht gegenfinanziert werden und verstärken diese Negativwirkung.
Mit einem solchen Sparprogramm würden die Reformen des letzten Jahres, bei
denen den Krankenhäuser aufgrund der angespannten Lage im Personal-
bereich nach
fast 20-jähriger Budgetdeckelung eine Finanzspritze von € 3,5 Mrd. zugestanden
worden war, wieder zurückgenommen. Die Aktionen tausender Mitarbeiter der
Krankenhäusern zur Verbesserung der Pflegebedingungen wird noch konterkariert.
Da dann auch für Innovationen weniger Geld bliebe, würde die Versorgung der Patienten auf dem heutigen Stand der Medizin nicht mehr zu halten sein. Deutschland könnte schnell den Anschluss an die Spitzenmedizin verlieren und als Gesundheitswirtschaftsstandort unattraktiv werden.
Expertinnen und Experten des Gesundheitswesens diskutieren heute während des 11. Hamburger Krankenhaustages über das Thema Innovationen im Krankenhaus. Innovationen haben ein großes Entwicklungspotential für das Gesundheitswesen.
Kooperationspartner des 11. Hamburger Krankenhaustages sind die cleanik service Unternehmensgruppe, die Deutsche Apotheker- und Ärztebank, sign information systems und der Verbund Norddeutscher Rehakliniken.
Für Rückfragen:
Ulrike Jaenicke
Hamburgische Krankenhausgesellschaft e. V.
040 - 25 17 36 - 29
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