Pressemitteilung
Ambulante Behandlung im Krankenhaus
Datum: 09.07.2007
Patienten profitieren vom Know-How der Krankenhäuser
Hamburg könnte das erste Bundesland sein, das die ambulante Behandlung von schwer und chronisch Erkrankten an Krankenhäusern anbietet. Damit würde die Hansestadt ihren Ruf als Medizinmetropole festigen. Die letzte Gesundheitsreform hat den Krankenhäusern bundesweit diese Neuerung ermöglicht. Der Konflikt mit den Vertragsärzten war ab diesem Zeitpunkt programmiert. Das Gesetz enthält einen Katalog seltener Erkrankungen und hochspezialisierter Leistungen, die Krankenhäuser nun auch ambulant behandeln dürfen. Die Spezialisten des Krankenhauses verfügen über die notwendige Expertise für eine Versorgung aus einer Hand. Außerdem halten die Kliniken hochwertige Technik und Spezialgeräte bereits für die stationäre Patientenversorgung vor. Schon lange krankt das deutsche Gesundheitssystem an unabgestimmten Sektorenübergängen mit Mehrfachuntersuchungen und Informationsverlusten. Der Leidtragende ist in erster Linie der Patient.
Die neue ambulante Behandlung durch Krankenhausspezialisten bringt den Patienten einen erheblichen Qualitätsgewinn. Kein anderer Bereich in der Medizin hat derzeit eine so hohe Qualitätstransparenz wie die Krankenhäuser (Qualitätszertifizierungen, externe Qualitätssicherung, strukturierte Qualitätsberichte). Die betroffenen Patienten mit schweren und chronischen Erkrankungen haben nun die Auswahl, wem sie zukünftig ihr Vertrauen aussprechen.
Mit der gesetzlichen Neuerung wird eine Lücke im Versorgungssystem geschlossen. Die Krankenhäuser können die ambulante Spezialbehandlung mit geringem Mehraufwand sicherstellen, da sie die diagnostischen und therapeutischen Vorhaltungen für die stationäre Behandlung bereits auf höchstem Niveau leisten. Die Abrechnung erfolgt bei Vertragsärzten und Krankenhäusern zu gleichen Bedingungen. Die Krankenkassen müssen nur Leistungen bezahlen, die erbracht werden. Ambulante Angebote an Kliniken führen deshalb nicht zu doppelten Ausgaben.
Mit der ambulanten Behandlung am Krankenhaus werden erstmals in Deutschland Strukturen geschaffen, die europaweit längst Standard sind. Hamburg hat in diesem Bereich die Chance, Schrittmacherfunktion für Deutschland zu übernehmen. Die HKG wird sich auch weiterhin für eine zügige Umsetzung engagieren.
Für Rückfragen:
Ulrike Jaenicke
Hamburgische Krankenhausgesellschaft e. V.
040 - 25 17 36 - 29
presse@hkgev.de