Pressemitteilung
Bereitschaft zur Organspende dokumentieren!
Datum: 31.05.2007
Tag der Organspende 2007
In Umfragen geben regelmäßig rund 80 Prozent der Befragten an, der Organspende positiv gegenüberzustehen. Einen Organspendeausweis aber besitzen nur ca. 12 Prozent. Auf diese Diskrepanz weisen anlässlich des Tags der Organspende am 2. Juni 2007 die Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz (BSG) sowie die Hamburgische Krankenhausgesellschaft (HKG), hin: „Allen wird geholfen, wenn die Bereitschaft zur Organspende durch den Organspendeausweis dokumentiert ist: Den schwerkranken Patienten, die auf ein Organ dringend warten, vor allem aber den Angehörigen und Ärzten, denen in Stunden großer Trauer belastende Gespräche über den mutmaßlichen Willen des Verstorbenen erspart bleiben“, so Bürgermeisterin Birgit Schnieber-Jastram und Dr. Claudia Spenk, Geschäftsführerin der HKG. Sie appellieren deshalb an alle Hamburgerinnen und Hamburger, sich bereits zu Lebzeiten mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen und die getroffene Entscheidung auch zu dokumentieren. Rund 500 schwerkranke Patienten stehen allein auf der Hamburger Warteliste für ein dringend benötigtes neues Organ. Bundesweit sind es rund 12.000 Menschen.
Der Hamburger Senat wird am morgigen Freitag einen Senatsempfang anlässlich des Tags der Organspende im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf ausrichten.
In Deutschland gilt bei der Organspende die sog. „erweiterte Zustimmungslösung“: Hat sich der Verstorbene zu einer Organspende nicht erklärt, so werden die nächsten Angehörigen nach dessen mutmaßlichem Willen zur Organspende befragt. Diese Gespräche sind für die Angehörigen, aber auch die Ärzte in den Kliniken, sehr belastend und könnten durch eine Entscheidung zu Lebzeiten vermieden werden. Der Organspendeausweis erlaubt mehrere Möglichkeiten zur Entscheidung: Man kann einer Organspende ohne Einschränkungen zustimmen oder bestimmte Organe von der Spende ausschließen bzw. die Spende auf bestimmte Organe beschränken. Man kann darüber hinaus die Organspende auch insgesamt ablehnen oder die Entscheidung auf eine andere Person übertragen. Die Entscheidung für eine Organspende ist jederzeit widerrufbar; es besteht weder eine Altersgrenze noch die Notwendigkeit, sich als Organspender vorab ärztlich untersuchen zu lassen. Organspendeausweise gibt es in vielen Krankenhäusern, Arztpraxen und Apotheken. Informationen sind auch erhältlich über das Info-Telefon Organspende der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BzgA) sowie der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) unter: 0800-90-40 400 (gebührenfrei).
Hamburgs Zweite Bürgermeisterin, Gesundheitssenatorin Birgit Schnieber-Jastram: „Die deutlich Mehrzahl der Bürgerinnen und Bürger ist laut Umfragen bereit, nach ihrem Tod Organe zu spenden und so schwer kranken Menschen buchstäblich ein neues Leben zu schenken. Aber nur der in einem ausgefüllten Organspendeausweis dokumentierte Wille kann dazu beitragen, dass aus dieser Bereitschaft auch eine helfende Tat wird. Ich appelliere daher an alle Hamburgerinnen und Hamburger, sich aktiv mit dem Thema Organspende auseinander zu setzen und bewusst dafür zu entscheiden. Wer einen Organspendeausweis bei sich trägt, kann Leben retten.“
HKG-Geschäftsführerin Dr. Claudia Spenk: „Jeden Tag sterben in Deutschland Menschen, weil ein rettendes Organ nicht zur Verfügung steht. Das Wissen um die Leiden dieser schwerkranken Patienten verpflichtet uns, bereits zu Lebzeiten eine Entscheidung zur Organspende zu fällen und diese auch zu dokumentieren. Ich danke den Organspendern und deren Angehörigen für die großartige und beispielhafte Bereitschaft, Leben weiterzugeben. Mein Dank gilt auch dem Personal auf den Intensivstationen für das große Engagement in der Organspende sowie den Koordinatoren der DSO.“
Infoblock Organspende
Im vergangenen Jahr spendeten in Hamburger Krankenhäusern 45 Menschen ihre Organe (2005: 44 Menschen). Bundesweit liegt Hamburg mit 25,8 Spendern pro eine Million Einwohner bundesweit an dritter Stelle nach Mecklenburg-Vorpommern und Bremen. Der Bundesdurchschnitt lag im vergangenen Jahr bei 15,3 Spendern pro eine Million Einwohner. Auf der Hamburger Warteliste stehen derzeit rund 500 Personen, bundesweit sind es rund 12.000 Menschen. Laut Angaben der DSO versterben in Deutschland durchschnittlich drei Personen täglich, weil es nicht genügend Spenderorgane gibt.