Pressemitteilung
Hamburgs Partner im Gesundheitswesen wollen Versorgung für ältere Menschen in Hamburg verbessern
Datum: 08.07.2009
Gemeinsame Pressemitteilung des UKE, der HPG, der Ärztekammer Hamburg, des Hausärzteverbands Hamburg und der HKG
Gemeinsame Pressemitteilung des UKE, der HPG, der Ärztekammer Hamburg, des Hausärzteverbands Hamburg und der HKG:
Hamburgs Partner im Gesundheitswesen wollen die Versorgung älterer Menschen in Hamburg gemeinsam weiter verbessern. Aufgrund der Ergebnisse einer neuen Studie, die vor kurzem am Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) durchgeführt wurde, haben sie die Einrichtung des bundesweit ersten sektorübergreifenden Maßnahmenpools zur Erfassung, Verhinderung und Behandlung von Dekubitalgeschwüren beschlossen.
Das Auftreten von Dekubitalgeschwüren soll künftig sektorübergreifend dokumentiert und ausgewertet werden. Vor allem bei Häufungen von Entstehungsorten für Dekubitalgeschwüre wird durch die datengestützte Qualitätssicherung ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess in Gang gesetzt. Die Fachexpertise von Wundmanagern soll strukturiert allen Patienten zugänglich gemacht werden.
Für die Studie waren im Jahr 2008 bei der Krematoriumsleichenschau 8518 Verstorbene ab dem 60. Lebensjahr auf die Merkmale Dekubitus, Unterernährung, Zahnstatus, Endoprothesen und Herzschrittmacher hin untersucht worden. Die Ergebnisse zeigen, dass es in vielen Bereichen deutlichen Handlungsbedarf gibt.
„Für uns kommt es darauf an, einen erneuten Anstoß zu geben. Es gibt viele gute Möglichkeiten und bereits praktizierte Ansätze, die Probleme anzugehen. Aber es gibt sicher keinerlei Veranlassung, sich derzeit zufrieden zurückzulehnen. Viele alte Menschen sind sehr zufrieden, aber die nichteigenständigen, von der Öffentlichkeit nicht bewusst wahrgenommenen älteren Menschen stehen zum Teil im tiefen Schatten", sagt Prof. Dr. Klaus Püschel, Leiter des Instituts für Rechtsmedizin am UKE.
„Wir sind sehr stolz darauf, dass das UKE einer der wenige Standorte in Deutschland mit einer starken Rechtsmedizin ist. Die Ergebnisse der Studie zeigen den engen klinischen Bezug unserer Rechtsmedizin zu wichtigen gesellschaftlichen Themen wie Vernachlässigung und Gewalt, denen sich gerade eine Metropole wie Hamburg unbedingt stellen sollte", sagt Prof. Dr. Jörg F. Debatin, Ärztlicher Direktor des UKE.
„Die von der Rechtsmedizin ermittelten Daten haben gezeigt, dass Handlungsbedarf im Pflegebereich besteht. Da an der ambulanten und stationären Altenpflege viele Partner im Gesundheitswesen beteiligt sind, freue ich mich außerordentlich, dass es gelungen ist, einen bundesweit einmaligen Maßnahmenpool zum Umgang mit Dekubitalgeschwüren ins Leben zu rufen. Er wird direkte Hilfsangebote unterbreiten, damit die richtigen Behandlungsmethoden eingeleitet werden können. Ich bin sicher, dass wir das Problem damit in den Griff bekommen und die Lebensqualität alter Menschen nachhaltig verbessern", sagt Jens Stappenbeck, Geschäftsführer der Hamburgischen Pflegegesellschaft.
„Als Ärzteschaft begrüßen wir alles, was zu einer besseren Versorgung der Patienten führt", sagt Dr. Carsten Leffmann, Geschäftsführer der Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg und zuständig für Qualitätsmanagement bei der Ärztekammer. „Wir danken dem Kollegen Püschel insbesondere dafür, dass er sich so ausführlich mit der Situation der älteren Menschen beschäftigt hat. Er rückt diese Patientengruppe damit einmal mehr in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Wir wollen nun sehen, wie diese Daten zu bewerten sind und inwiefern sie Ausgangspunkt für weitere Verbesserungen sein können. Den Hamburger Ärztinnen und Ärzten ist sehr daran gelegen, dass sich die Pflegesituation älterer Menschen verbessert, und wir bieten dabei selbstverständlich unsere Hilfe an."
Auch Klaus Schäfer, Vorsitzender des Hausärzteverbands Hamburg, begrüßt die Pläne. „Der Hausärzteverband ist nicht nur bereit, sondern hochgradig daran interessiert, an diesem Projekt mitzuwirken. Wir wollen alles tun, dass die Situation sich bessert. Die Geschwüre sind für Patienten mit großem Leid und vielen Schmerzen verbunden. Wir erwarten, dass der Maßnahmenpool dazu beiträgt, bestehende Mängel zu erkennen und dann auch zu beseitigen. Es ist notwendig, dass alle Gesundheitsberufe sich gemeinsam für eine Verbesserung der Behandlung von alten Menschen einsetzen."
„In der Versorgung Dekubituskranker in Hamburger Krankenhäuser zeigt sich, dass durch speziell ausgebildete Fachkräfte, optimierte Behandlungs- und Pflegeabläufe sowie fortlaufende Dokumentation und Qualitätssicherung Druckgeschwüre seltener werden ", so Dr. Claudia Spenk, Geschäftsführerin der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft (HKG). „Seit 2001 führen die Hamburger Krankenhäuser eine externe Qualitätssicherung zur Dekubitusbehandlung durch. Seitdem nimmt die Anzahl von Dekubiti von Jahr zu Jahr ab. Dies ist ein Erfolg der Qualitätssicherung, der zeigt, dass sowohl die kritische Reflektion des eigenen Handelns, als auch der freiwillige Vergleich mit anderen, einen Prozess in Gang setzt, der die Qualität nachhaltig verbessert. Um gemeinsam mit den Partnern des Gesundheitswesens die Situation älterer Menschen noch weiter zu verbessern, setzen wir uns für eine sektorübergreifende Qualitätssicherung ein."
Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Maren Puttfarcken und Kathrin Herbst, Pressestelle des UKE, Tel.: 040/ 74105-4747,mail: pressestelle@uke.de
Jens Stappenbeck, Geschäftsführer Hamburgische Pflegegesellschaft, Tel.: 040/ 2380 87 8, mail: hpg@hpg-ev.de
Dorthe Kiekbusch und Sandra Wilsdorf, Pressestelle der Ärztekammer, Tel.: 040/ 20 22 99 - 200, mail: presse@aekhh.de
Klaus Schäfer, Vorsitzender des Hausärzteverbands Hamburg, Tel.: 040/ 69 70 24 77
Ulrike Jaenicke, Pressestelle der HKG, Tel.: 040/ 25 17 36 29; mail: presse@hkgev.de
Anhänge
PM Ergebnisse Pueschel 08.07.2009 (0807200946,3 kb)
Für Rückfragen:
Ulrike Jaenicke
Hamburgische Krankenhausgesellschaft e. V.
040 - 25 17 36 - 29
presse@hkgev.de