Pressemitteilung
Hohes Niveau der Hamburger Qualitätssicherung nicht aufs Spiel setzen!
Datum: 25.01.2007
Zweite Hamburger Ergebniskonferenz zur Externen Qualitätssicherung
GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG
Die umstrittene Gesundheitsreform hat möglicherweise auch gravierende Auswirkungen für die seit Jahren gut funktionierende Externe Qualitätssicherung der Krankenhäuser: So ist geplant, die bislang gemeinsam von Krankenhäusern und Krankenkassen betriebene Bundesgeschäftsstelle neu auszuschreiben und die Finanzierung der Qualitätssicherung zentral zu regeln. Hamburgische Krankenhausgesellschaft (HKG), Ersatzkassenverbände (VdAK/AEV) in Hamburg sowie die Ärztekammer Hamburg machen anlässlich der heutigen Zweiten Hamburger Ergebniskonferenz zur Externen Qualitätssicherung Front gegen eine Zerschlagung der bisherigen bewährten Strukturen in der Qualitätssicherung: „Gerade eine zentrale Finanzierung der Qualitätssicherung würde für die zusätzlichen Projekte in Hamburg zur Schlaganfallversorgung, zur Neonatologischen Versorgung, der Dekubitusprophylaxe und der Anästhesiologie höchstwahrscheinlich das Aus bedeuten. Damit werden aber hervorragende Projekte zur weiteren Steigerung der Versorgungsqualität in Hamburgs Kliniken ohne Not aufs Spiel gesetzt“, so übereinstimmend Jürgen Abshoff, Vorsitzender des EQS-Kuratoriums und Geschäftsführer der HKG, Dr. Frank-Ulrich Montgomery, Präsident der Ärztekammer Hamburg sowie Günter Ploß, stv. Vorsitzender des EQS-Kuratoriums und Leiter der Hamburger Landesvertretung des VdAK/AEV.
Die Externe Qualitätssicherung (EQS Hamburg) der Hamburger Krankenhäuser trägt bereits seit 1992 entscheidend dazu bei, dass sich die hohe Versorgungsqualität in den Hamburger Kliniken kontinuierlich noch weiter steigert. Dieses geschieht durch Qualitätsvergleiche zwischen den Kliniken. Auf der Zweiten Hamburger Ergebniskonferenz diskutieren mehr als einhundert Experten aus den Krankenhäusern, Krankenkassen und weiteren Institutionen die Ergebnisse der Qualitätsvergleiche für das Jahr 2005. Hierzu werden ihnen auch detaillierte Auswertungen der Ergebnisse aus einzelnen Fachgebieten vorgestellt. Die Gesamtergebnisse für das Jahr 2005 sind auch im Internet unter www.eqs.de abrufbar. In 2005 wurden von der EQS Hamburg insgesamt rund 470.000 Qualitätsdokumentationen der Hamburger Krankenhäuser ausgewertet.
Jürgen Abshoff, Vorsitzender des Kuratoriums der EQS, Geschäftsführer der HKG:
„Die Externe Qualitätssicherung in Hamburg ist nach wie vor bundesweit führend und belegt, dass die Hamburger Krankenhäuser in vielen Bereichen besser sind als der Bundesdurchschnitt. Um diese Erfolgsstory auch zukünftig fortsetzen zu können, muss die Qualitätssicherung in den Händen der Selbstverwaltung bleiben und insbesondere die Arbeit mit den Krankenhäusern weiterhin bei den Landesgeschäftsstellen liegen. Ebenfalls darf es nicht zu einer zentralen Finanzierung der EQS über die Bundesebene kommen, da sonst die gewachsenen Strukturen und wertvollen Projekte gerade in Hamburg stark gefährdet wären. Um die Transparenz der EQS weiter zu erhöhen, schlage ich vor, das Kuratorium als oberstes Organ der EQS zukünftig für Patientenvertreter zu öffnen.“
Dr. Frank-Ulrich Montgomery, Präsident der Ärztekammer Hamburg:
„So mancher Impuls zur Qualitätsbewegung ging in den vergangenen Jahren von Hamburg aus. Die Ärztekammer ist immer in die Arbeitsprozesse eingebunden gewesen und beteiligt sich bis heute aktiv an den Diskussionen, um die Weiterentwicklung zu fördern. Qualitätssicherung ist zu einem festen Bestandteil unseres Berufsbildes geworden. Den nicht unbeträchtlichen administrativen Aufwand sehen wir als Notwendigkeit für mehr Transparenz, die dem Patienten und allen anderen Beteiligten im Gesundheitswesen zu Gute kommt.“
Günter Ploß, stv. Vorsitzender des Kuratoriums der EQS, Leiter der VdAK/AEV-Landesvertretung Hamburg:
„Die externe Qualitätssicherung ist ein Grundpfeiler der Krankenhausbehandlung. Im Interesse der Patientinnen und Patienten darf beim Erreichten nicht stehen geblieben werden. Unter anderem müssen weitere Behandlungsfelder einbezogen und die Datenvalidität einer stärkeren Kontrolle unterzogen werden.
Wenn Krankenhäuser nach mehrmaliger Intervention ihre Daten nicht in ausreichendem Umfang und in ausreichender Qualität liefern, müssen diese Kliniken auch öffentlich genannt werden, und zwar in einer für den Laien/Patienten verständlichen Form.“
Information: Die EQS Hamburg
Als bundesweite Vorreiter führen Hamburgs Krankenhäuser bereits seit 1992 Qualitätsvergleiche (sog. Benchmarks) vieler Leistungen durch, um die Patientenversorgung kontinuierlich zu verbessern. Diese Qualitätsvergleiche werden von der Landesgeschäftsstelle der EQS durchgeführt und von Fachgremien, in denen Vertreter der Krankenhäuser und des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung mitarbeiten, inhaltlich begleitet und ausgewertet.
Neben den bundesweiten Pflichtmodulen (seit 2001) der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS) werden zurzeit in Hamburg zusätzlich die Pflichtmodule Leistenhernien und PTA aus dem Katalog des Bundesverfahrens durchgeführt. Ebenfalls zusätzlich werden die ehemals Hamburger Projekte im Bereich der Anästhesiologie, Dekubitusprophylaxe, Neonatologischen Versorgung sowie der Schlaganfallversorgung weitergeführt.
Die EQS Hamburg wird gemeinsam von der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft (HKG), den Krankenkassenverbänden und der Ärztekammer Hamburg sowie des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung betrieben. Die Landesgeschäftsstelle ist bei der HKG angesiedelt.