Pressemitteilung
23 Jahre im Dienste der Hamburger Krankenhäuser – Hamburgs Gesundheitsbranche dankt Jürgen Abshoff
Datum: 26.03.2007
Ende einer Ära: Dr. Claudia Spenk folgt Jürgen Abshoff in der HKG-Geschäftsführung
JÜRGEN ABSHOFF (62), erster hauptamtlicher Geschäftsführer der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft (HKG), ist heute auf einem Empfang der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft offiziell verabschiedet worden. In ihren Ansprachen würdigten hochkarätige Redner die vielfältigen Verdienste Abshoffs, der bald 23 Jahre das Amt des HKG-Geschäftsführers inne hatte. Gleichzeitig begrüßten die bald 200 Gäste aus der Gesundheitsbranche, Politik und Wirtschaft die neue HKG-Geschäftsführerin Dr. CLAUDIA SPENK.
In ihrer Begrüßung würdigte die 1. Vorsitzende der HKG, JULIA KÄHNING, den scheidenden Geschäftsführer als „immer kompetent, engagiert und mit klaren Positionen.“ Es sei das besondere Verdienst von Herrn Abshoff, die HKG-Geschäftsstelle erst aufgebaut und dann an die sich ständig wechselnden Veränderungen stets optimal angepasst zu haben. So habe die HKG eine schlagkräftige Interessenvertretung der Hamburger Krankenhäuser werden können. Kähning: „Durch seinen Einsatz hat er maßgeblich dazu beigetragen, dass die HKG heute als gewichtiger Player in der Gesundheitspolitik dieser Stadt und darüber hinaus wahrgenommen wird!“ Mit Frau Dr. Spenk sei eine gleichfalls kompetente und vielseitige Nachfolgerin gefunden worden, die von den Hamburger Krankenhäusern herzlich willkommengeheißen werde.
Zitate aus den Ansprachen
Hamburgs 2. Bürgermeisterin und Gesundheitssenatorin BIRGIT SCHNIEBER-JASTRAM:
“Mit dem Ausscheiden von Herrn Abshoff geht nach über 20 Jahren im Hamburger Krankenhaussektor eine Ära zu Ende. Unter seiner Geschäftsführung ist die HKG stets ein verlässlicher und konstruktiver Partner in der Krankenhausplanung gewesen. Vor dem Hintergrund der umwälzenden Veränderungen in der deutschen Krankenhauslandschaft freue ich mich, dass ihm mit Frau Dr. Spenk eine ebenfalls sehr erfahrene Expertin in diesem Bereich als Geschäftsführerin nachfolgt.“
WOLFGANG PFÖHLER, Vizepräsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG):
"Mit Jürgen Abshoff geht ein gestandener Fahrensmann von der Brücke, der als Geschäftsführer der HKG und in zahlreichen Beratungsgremien der DKG die Entwicklung des Krankenhauswesens landesweit und auf Bundesebene mitgestaltet hat; z.B. mit dem Vorschlag der HKG, die Krankenpflegeausbildung im DRG-System aus Wettbewerbsgründen zukünftig über einen Fonds zu finanzieren. Jürgen Abshoff hat sich in den langen Jahren seiner beruflichen und ehrenamtlichen Tätigkeit um das Krankenhauswesen wahrlich verdient gemacht. Er war als engagierter, kenntnisreicher Fachmann ebenso geschätzt wie als Mensch. Im Zentrum seines Handelns stand der Einsatz für ein humanes und gleichzeitig leistungsfähiges Krankenhaus. Bereits 1982 sprach er sich in einem Aufsatz für ein an der wirtschaftlich erbrachten Leistung orientiertes Preissystem im Krankenhaus aus.
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft heißt die neue Geschäftsführerin Frau Dr. Spenk herzlich willkommen und freut sich auf eine gute und konstruktive Zusammenarbeit!"
Professor Dr. FOKKO TER HASEBORG, 2. Vorsitzender der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft:
„Unter der Geschäftsführung von Jürgen Abshoff hat sich die HKG zu einem kompetenten und allseits geachteten Verband entwickelt, der aus der Hamburger Krankenhauspolitik nicht mehr wegzudenken ist. Als HKG-Geschäftsführer hat er Krankenhauspolitik immer mit Engagement und Kompetenz, mit Weitblick, Verhandlungsgeschick – zuletzt bei der Aushandlung des Landesbasisfallwertes - und politischem Gespür betrieben. Er hat zum Wohle der Mitgliedskliniken, vor allem aber zum Wohle unserer Patienten, viel erreicht. Und das auch bundespolitisch, z.B. bei der Einführung der DRGs. Er hat sich in besonderer Weise um die Hamburger Krankenhäuser verdient gemacht.
Frau Dr. Spenk bringt die nötige Qualifikation und Erfahrung mit, um die erfolgreiche Arbeit weiterzuführen. Die Hamburger Krankenhäuser werden Sie dabei unterstützen und freuen sich auf eine gute Zusammenarbeit!“
Dr. DIETER BORCHMANN, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Brandenburg:
„Jürgen Abshoffs Stimme hat Gewicht auch im Kreise der Geschäftsführerkollegen. Durch sein frühes Engagement bereits während der Wende 1989 ist er zu einem geschätzten Partner und Freund der Krankenhausgesellschaften in den neuen Ländern geworden und hat sich damit in die noch jungen Geschichtsbücher unserer Klinikverbände eingetragen. Er war nie Ossi oder Wessi, sondern immer ein offener Geist mit hoher Sachkompetenz und schöpferischer Neugierde für alles Neue. Frau Dr. Spenk heiße ich im Kreis der Kolleginnen und Kollegen herzlich willkommen!“
HANS-OTTO SCHURWANZ, Vorstand des BKK-Landesverbandes Nord:
"Mit Jürgen Abshoff hatten die Krankenkassen in Hamburg einen stets engagierten und manchmal harten, aber immer zuverlässigen und menschlich angenehmen Gesprächs- und Verhandlungspartner. Für die vielen Jahre der guten Zusammenarbeit danken wir ihm herzlich und freuen uns auf die gemeinsame Arbeit mit seiner Nachfolgerin, Frau Dr. Spenk."
BERND SEGUIN, Journalist:
„Jürgen Abshoff ist ein Hard-Core-Krankenhaus-Lobbyist: Wenn es um seine Krankenhäuser ging, dann ist eine Löwin, verglichen mit dem scheidenden Geschäftsführer der HKG, eine Pudeldame. Jürgen Abshoff ist eindeutig, auch unbequem, hat Standpunkte, Werte, Ziele. Bei Auseinandersetzungen sucht er selten eine Umleitung. Er ist ein richtig guter Taktiker und Stratege. Davon haben die HKG und ‚seine Krankenhäuser ziemlich profitiert.
Wir Journalistinnen und Journalisten werden Frau Spenk auf ihrem Weg beobachten und begleiten, kritisch, wohlwollend. Wir freuen uns auf Sie!“
Jürgen Abshoff hat als erster hauptamtlicher Geschäftsführer der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft deren Arbeit in den letzten fast 23 Jahren maßgeblich mitgestaltet. 1984 wurde er aus Düsseldorf, wo er das Amt eines Geschäftsführers in der Deutschen Krankenhausgesellschaft innehatte, nach Hamburg gerufen. Binnen kürzester Zeit gelang ihm der Aufbau einer sehr schlagkräftigen Geschäftsstelle, die seither aus der Krankenhauspolitik der Medizinmetropole nicht mehr wegzudenken ist. Neben der Wahrnehmung gesetzlicher Aufgaben wie etwa der Aushandlung des landesweiten Basisfallwertes oder der Krankenhausplanung vertritt die HKG die Belange ihrer 38 Mitgliedskrankenhäuser praktisch auf allen Feldern der Krankenhauspolitik. 1992 wurde unter der maßgeblichen Mitwirkung des HKG-Geschäftsführers in Hamburg die Externe Qualitätssicherung der Krankenhäuser als gemeinsames Projekt von Kliniken, Krankenkassen und der Ärztekammer Hamburg ins Leben gerufen. Die Projektgeschäftsstelle liegt ebenfalls bei der HKG und untermauert die bundesweit nach wie vor führende Rolle Hamburgs bei der Qualitätssicherung der Krankenhäuser. 1996 rief Abshoff mit der Firma quant GmbH eine HKG-Tochter ins Leben, die seither sehr erfolgreich bundesweit vor allem Qualitätssicherungs- und Benchmarkprojekte durchführt. Abshoff ist Vorsitzender des Kuratoriums der Externen Qualitätssicherung in Hamburg sowie Vorsitzender des Aufsichtsrates der quant GmbH. Auch bei der Öffnung Hamburgs für den internationalen Gesundheitsmarkt spielte die HKG unter der Führung ihres Geschäftsführers eine tragende Rolle: 2003 und 2004 vertrat die HKG die Interessen ihrer Mitgliedshäuser auf der weltweit zweigrößten Medizinmesse in Dubai /VAE, der „Arab Health“; Kooperationsabkommen insbesondere mit dem Sultanat Oman und der Republik Tunesien wurden durch die HKG mit Leben gefüllt.
Auf Bundesebene setzte sich Abshoff sehr frühzeitig für die Ablösung des damaligen Selbstkostendeckungsprinzips durch ein leistungsorientiertes Finanzierungssystem für die Krankenhäuser ein. Bei der Einführung des DRG-Systems auf Bundesebene im Jahre 2000 spielte die HKG eine Vorreiterrolle und bestimmte die Diskussion auch durch Abshoff als Mitglied im Vorstand und langjährigem Mitglied im Finanzierungsausschuss der DKG. Derzeit ist Abshoff Mitglied im Präsidium der Deutschen Krankenhausgesellschaft.
Jürgen Abshoff wurde 1944 in Wien geboren, wuchs in Wuppertal auf. Er lernte Bankkaufmann und wurde Zeitsoldat. Nach Abschluss des Zweiten Bildungsweges studierte er in Köln Volkswirtschaft und Politik. Seine berufliche Laufbahn begann er 1976 beim Landesarbeitsamt Düsseldorf, wechselte aber bereits 1977 als Referent für Krankenhausplanung in die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen. 1980 kam er als Assistent des Vorstandsvorsitzenden der Volksfürsorge erstmals nach Hamburg. Der Aufenthalt bleib allerdings ein kurzes Intermezzo, da er wenig später als Geschäftsführer die Leitung des Dezernats der Krankenhausfinanzierung in der Deutschen Krankenhausgesellschaft übernahm. 1984 ging Abshoff abermals nach Hamburg, um hier dann als HKG-Geschäftsführer sesshaft zu werden; in Hamburg lernte er u.a. das Segeln und Fischgerichte schätzen.
Dr. med. Claudia Spenk wurde in Braunschweig geboren und wuchs dort auf. Nach einem Jahr Studium der Orchestermusik an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover wechselte sie 1984 zum Medizinstudium an der dortigen MHH. Nach dem Studium folgten Tätigkeiten als Ärztin in verschiedenen Krankenhäusern. Neben ihrer Tätigkeit als Gutachterin des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung in Bremen absolvierte sie ein berufsbegleitendes Studium der Betriebswirtschaftslehre, das sie 2000 abschloss. 1998 bis 2001 war sie Projektleiterin im Krankenhausbereich bei der Techniker Krankenkasse in Hamburg, von 2001 bis 2003 nahm sie das Amt der Abteilungsleiterin Versorgungsmanagement beim BKK Bundesverband in Essen wahr. 2004 folgte Elternzeit und freiberufliche Tätigkeit. 2005 übernahm Frau Dr. Spenk die Geschäftsführung der Dienstleistungsgesellschaft der Hessischen kommunalen Krankenhäuser GmbH, Hofheim am Taunus. Am 1. April 2007 wird sie Jürgen Abshoff als Geschäftsführerin der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft nachfolgen.
Für Rückfragen:
Ulrike Jaenicke
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