Pressemitteilung
Perinatalzentren gefährdet
Datum: 09.08.2007
Krankenhausplanung 2010
Zur Zeit legt die Gesundheitsbehörde im neuen Krankenhausplan fest, wie die Kranken-hausstrukturen bis zum 2010 aussehen sollen. Am 15. August findet die Anhörung der be-teiligten Verbände zum Planentwurf statt.
In der heutigen Ausgabe der WELT betont Dietrich Wersich, Staatsrat der Gesundheitsbe-hörde, der Krankenhausplan solle zur Stärkung des Medizinstandortes Hamburg beitra-gen. Die Hamburgische Krankenhausgesellschaft teilt dieses Anliegen und bedankt sich an dieser Stelle ausdrücklich für die gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Behörde.
Hamburg hat sich über viele Jahre zu einer ausgewiesenen Medizinmetropole entwickelt. Von Jahr zu Jahr wachsen die Fallzahlen im Krankenhausbereich stetig. Zahlreiche inter-national anerkannte Spezialisten sowie eine ausgeprägte Patientenorientierung stärken das Renommee der Krankenhäuser in Hamburg. Jeder vierte Patient kommt inzwischen aus dem Umland. Dieser Trend wird voraussichtlich anhalten. Außerdem wächst die Zahl der älteren Menschen. Sie sind häufiger auf medizinische Leistungen angewiesen. Der Krankenhausmarkt in Hamburg ist ein expandierender Bereich. In keiner anderen Branche der Wirtschaft käme man auf die Idee, Wachstum durch staatliche Reglementierungen zu beschneiden.
Dazu ein Beispiel: Die Kliniken bieten ihren Patienten eine Behandlung nach neuesten medizinischen Erkenntnissen. So haben fünf Hamburger Krankenhäuser ihre Geburtsab-teilungen zu Perinatalzentren ausgebaut, die einen besonders hohen Standard erfüllen. Damit sind sie in der Lage, Frühgeborene und kranke Neugeborene optimal zu versorgen. Die Qualitätsanforderungen werden vom Gemeinsamen Bundesausschuss festgelegt, in dem u. a. niedergelassene Ärzte, Krankenhäuser und Krankenkassen vertreten sind. Die Anforderungen gelten für alle Krankenhäuser bundesweit. Die Gesundheitsbehörde will nun nur noch drei Perinatalzentren für Hamburg zulassen: Das UKE, das Perinatalzentrum Altona (Altonaer Kinderkrankenhaus/Asklepios Klinik Altona) und die Asklepios Klinik Barmbek. Das Marienkrankenhaus und die Asklepios Klinik Nord sollen von der Versor-gung schwer kranker Neugeborener und extrem unreifer Frühgeborener ausgeschlossen werden, obwohl sie das gleiche Qualitätsniveau vorhalten. Diese Planung widerspricht den Qualitätsrichtlinien, nach denen sich die Krankenhäuser richten müssen und zerstört Strukturen, die sich bei der Versorgung der kleinen Patienten bewährt haben und von den Eltern nachgefragt werden. Fazit: Die Krankenhäuser wollen Wettbewerb, vorrangig um Qualität. Politische Vorgaben dürfen diesen Wettbewerb nicht behindern. Die Krankenhausplanung sollte nur einen Rahmen vorgeben, innerhalb dessen die Krankenhäuser agieren können. Das gemeinsa-me Ziel der Stärkung Hamburgs als Medizinmetropole erreichen wir alle schneller durch größere Handlungsfreiräume!
Für Rückfragen:
Ulrike Jaenicke
Hamburgische Krankenhausgesellschaft e. V.
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