Pressemitteilung
Runde trägt Anliegen der Hamburger Krankenhäuser nach Berlin
Datum: 19.08.2008
Hamburger Aktionsbündnis "Qualität statt Spardiät" im Gespräch mit Ortwin Runde (SPD)
Um das Anliegen der Hamburger Krankenhäuser nach Berlin zu tragen, haben sich die Hamburger Aktionspartner des Bündnisses "Qualität statt Spardiät" mit Ortwin Runde (SPD), Bürgermeister a.D. und Mitglied des Deutschen Bundestages, getroffen.
Ortwin Runde will in Berlin die Anliegen des Hamburger Aktionsbündnisses aufgreifen und in die Diskussion über die Finanzierung des Gesundheitswesens einbringen. "Ein Bündnis aus Kommunen, Klinikmanagern und Gewerkschaften, Ärzten und Pflegekräften ist bemerkenswert und muss ernst genommen werden. Vor allem die Situation der Pflegekräfte ist dramatisch und erfordert dringendes Handeln. Man darf die Kliniken nicht zugrunde sparen, sondern es muss eine neue solidarische Finanzierung des Gesundheitswesens geschaffen werden, um eine 2-Klassen-Medizin zurück zu drängen", sagte Runde nach dem Treffen, an dem er für die Hamburger SPD-Bundestagsabgeordneten teilgenommen hat.
Das Hamburger Aktionsbündnis war vertreten durch Prof. Dr. Fokko ter Haseborg und Dr. Claudia Spenk für die Hamburgische Krankenhausgesellschaft (HKG), Wolfgang Rose und Angelika Detsch für die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und Dr. Frank Ulrich Montgomery für Ärztekammer und Marburger Bund.
"Hamburgs Krankenhäuser können nicht mehr weiter sparen, ohne die hohe Qualität der Versorgung der Patienten zu gefährden. Die Belastungsgrenze für die Beschäftigten ist längst erreicht. Deshalb müssen die Budgets endlich fallen!", sagte Prof. Dr. Fokko ter Haseborg.
"Die Kliniken geraten in eine Schieflage, die die Beschäftigten und Patienten in Gefahr bringt. Deshalb muss der Budgetdeckel weg, damit Tarif- und Preissteigerungen nicht zu weiterem Personalabbau führen", so ver.di-Landeschef Wolfgang Rose. Nach Schätzungen der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di sind in den Hamburger Krankenhäusern seit 1996 rund 10.000 Arbeitsplätze abgebaut worden.
Der Rationalisierungsdruck führe zu neuem Personalabbau und steigenden Belastungen, so Bundesärztekammervizepräsident Dr. Frank Ulrich Montgomery: "Es droht ein Burnout nie gekannten Ausmaßes."
Die Bündnisvertreter erörterten mit Runde mögliche Maßnahmen gegen die Unterfinanzierung der Kliniken. Zu den Alternativen gehören sowohl eine Verbreiterung der Finanzierungsbasis, indem Kapitaleinkünfte sowie alle Bürger in das Krankenversicherungssystem einbezogen werden, als auch eine Anhebung der Krankenversicherungsbeiträge oder steuerfinanzierte Elemente.
Das Hamburger Aktionsbündnis "Qualität statt Spardiät" unterstützt mit seinen Aktivitäten das bundesweite Aktionsbündnis zur "Rettung der Krankenhäuser" (www.rettung-der-krankenhaeuser.de).
Am 25. September 2008 findet in Berlin am Brandenburger Tor eine Großdemonstration statt, an der alle Aktionsbündnisse aus der Bundesrepublik teilnehmen.
Für Rückfragen:
Ulrike Jaenicke
Hamburgische Krankenhausgesellschaft e. V.
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