Pressemitteilung

Tiefgreifende Änderungen für Krankenhäuser

Datum: 14.01.2008

Finanzierungsreform und Preiswettbewerb geplant

Vor 160 Gästen beim Jahresempfang der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft am Donnerstag Abend in der Hamburger Handwerkskammer referierte der Ministerialrat im Bundesgesundheitsministerium Dr. Michael Dalhoff zum „Ordnungspolitischen Rahmen“ ab 2009.

Künftig sollen die Krankenkassen die vollständige Finanzierung der Kliniken übernehmen. Bisher tragen sie nur die Behandlungskosten. Die Länder übernehmen die Investitionskosten. Die Umverteilung der Ländermittel an die Kassen ist noch nicht geregelt. Den Hamburger Krankenkassen fehlen dann womöglich Millionenbeträge, weil das Land Hamburg bisher überdurchschnittlich viel für Investitionen ausgibt. Die HKG fordert deshalb, die Einführung der sogenannten monistischen Finanzierung dürfe nicht zu ihren Lasten gehen. Prof. Dr. Fokko ter Haseborg, Erster Vorsitzender der HKG: „Die Finanzierung aus einer Hand ist sinnvoll, weil sie sich an der Leistung der Krankenhäuser orientiert. Und sie muss Hamburgs Stellenwert als Medizinmetropole berücksichtigen.“

Das Ministerium plant außerdem einen Preiswettbewerb unter den Kliniken. Die Krankenkassen sollen für bestimmte Leistungen Einzelverträge abschließen dürfen. Die Fallpauschalen, die bisher als Festpreise gelten, werden dann als Höchstpreise angesetzt. Die Folge könnte eine „Billigmedizin“ sein; der Leidtragende wäre der Patient. „Wir wollen Wettbewerb, aber es muss vorrangig ein Wettbewerb um die beste Qualität und Leistung sein. Der Preis ist im Wettbewerb eine wichtige Stellschraube, er darf aber im Gesundheitsmarkt keinesfalls im Vordergrund stehen, erklärte Prof. Dr. Fokko ter Haseborg, Erster Vorsitzender der HKG.

Weiterhin fordert die HKG, bei solchen Vertragsformen die ambulante Nachbetreuung durch Krankenhäuser zu ermöglichen. „Es wäre im Sinne der Patienten, wenn sie Versorgung aus einer Hand erhalten. Zudem führt dieses zu noch wirtschaftlicherer Nutzung von Krankenhausgeräten und Spezialisten,“ erklärt Prof. Dr. Fokko ter Haseborg, Erster Vorsitzender der HKG.

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