Pressemitteilung

Vermeidung von Druckgeschwüren

Datum: 06.12.2011

Hamburgs Krankenhäuser legen ihre Qualitätsergebnisse offen

Die Hamburger Kliniken veröffentlichen das, worüber andere nur ungern reden: Im Hamburger Krankenhausspiegel zeigen sie konkrete und vergleichende Zahlen darüber, wie viele Druckgeschwüre in den einzelnen Kliniken und in welchem Schweregrad es gibt - deutschlandweit als erste und bisher einzige in dieser Offenheit und in diesem Umfang.

Seit Anfang Dezember können Interessierte im Hamburger Krankenhausspiegel für jedes Krankenhaus ablesen, wie viele Patienten ab dem 75. Lebensjahr sich während eines Klinikaufenthalts wundgelegen haben. Diese Patientengruppe ist aufgrund ihres Alters besonders gefährdet, Druckgeschwüre zu entwickeln. 2010 betrug die Zahl dieser Patienten in den Hamburger Krankenhäusern fast 95.000, davon haben 980, also rund ein Prozent, ein Druckgeschwür (Dekubitus) entwickelt - mit eingerechnet sind dabei die zahlreichen leichten Fälle, bei denen es zu Hautrötungen und Wärmegefühl kam, die Haut aber intakt blieb. Nach Angaben der Landesgeschäftsstelle für Externe Qualitätssicherung Hamburg ist diese Zahl in den letzten drei Jahren konstant und liegt seit 2008 unter dem bundesweiten Durchschnittswert. Nimmt man die leichten Dekubitusfälle heraus, so ist in Hamburg seit vier Jahren die Tendenz fallend. Für 2010 beträgt die Quote nur noch 0,63 Prozent, auf Bundesebene ist sie mit 1,1 Prozent hingegen fast doppelt so hoch.

Strenge Kontrollen in Hamburgs Krankenhäusern
In Hamburg haben sich 2009 die Pflegegesellschaft, die Ärztekammer, der Hausärzteverband, das Institut für Rechtsmedizin am UKE, die Landesgeschäftsstelle externe Qualitätssicherung und die Krankenhausgesellschaft zu einem Aktionsbündnis zusammengeschlossen, um die Entstehung von Druckgeschwüren bei bettlägerigen Menschen zu vermeiden. Die im Bundesvergleich guten Hamburger Ergebnisse sind ein erster Erfolg des Bündnisses. Nach Angaben von Dr. Claudia Brase, Geschäftsführerin der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft, ist diese positive Entwicklung vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen: einerseits auf gezielte Schulungs- und Aufklärungsmaßnahmen, andererseits auf strenge Kontrollen. Während auf Bundesebene die Krankenhäuser neu entstandene Druckgeschwüre nur im ersten Quartal eines Jahres stellvertretend für das gesamte Jahr dokumentieren müssen, haben sich die Hamburger Kliniken freiwillig verpflichtet, alle Dekubitusfälle über die gesamten zwölf Monate zu dokumentieren und zur Auswertung zu geben. Zusätzlich werden zwei Mal pro Jahr Überprüfungen der Datenqualität in jedem Krankenhaus durchgeführt. Werden starke Verschlechterungen von Druckgeschwüren über zwei Grade bei einzelnen Patienten festgestellt, gibt es gesonderte Prüfungen.

Druckgeschwüre sind nicht immer zu vermeiden
Druckgeschwüre entstehen oftmals bei längeren und schweren Krankheitsverläufen, die mit Immobilität einhergehen. Das Krankenhaus ist dabei nur gefragt, wenn Patienten akut erkranken oder so schwer krank werden, dass sie der stationären Behandlung bedürfen. Trotz spezieller Pflegemethoden, Hilfsmittel und Mobilisierungsverfahren lassen sich Druckgeschwüre jedoch nicht in allen Fällen vermeiden: So gibt es Patienten, die aufgrund besonderer Erkrankungen nicht bewegt werden dürfen, z.B. nach bestimmten Lungenoperationen. Daher gilt im Krankenhaus eine Dekubitusrate von maximal 2,5 Prozent der Patienten ab 75 Jahre als gute Behandlungsqualität. Hamburg liegt mit durchschnittlich einem Prozent weit unter dieser Grenze.

Den ausführlichen Pressetext entnehmen Sie der Anlage.

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