Organspende nach dem Tod
die Entscheidung fällt zu Lebzeiten
Die Organspende nach dem eigenen Tod gibt Leben weiter. Doch nach wie vor herrscht in Deutschland ein großer Mangel an Spenderorganen: Derzeit warten bundesweit rund 12.000 schwerkranke Menschen auf ein Organ wie z.B. Niere, Herz oder Leber. Allein in Hamburg stehen ca. 500 Patienten auf der Warteliste, die täglich zwischen Hoffen und Bangen leben. Obwohl aber eine Mehrzahl der Bevölkerung der Organspende positiv gegenübersteht, halten nur wenige Menschen ihre Entscheidung schriftlich in einem Organspendeausweis fest.
Liegt kein Organspendeausweis vor, so sind es die Angehörigen, die um die Einwilligung zur Organentnahme bei einem Verstorbenen gebeten werden. Viele sind dabei unsicher, mit welcher Entscheidung sie dem Willen des Verstorbenen entsprechen. Diese Situation bedeutet sowohl für die Angehörigen als auch für das Klinikpersonal eine ungeheure seelische Belastung.
Was viele nicht wissen: Die Entscheidung für eine Organspende ist jederzeit widerrufbar, eine Registrierung bei einer offiziellen Einrichtung erfolgt nicht. Es reicht aus, die eigene Entscheidung in einem Organspendeausweis festzuhalten, diesen bei sich zu tragen und mit der Familie darüber zu sprechen. Sollte man sich irgendwann anders entscheiden, so würde der Ausweis einfach vernichtet und die Angehörigen dementsprechend informiert.
Es ist auch nicht notwendig, sich ärztlich untersuchen zu lassen, bevor man sich zur Organspende bereiterklärt. Ebenso gibt es für die Organspende keine feststehende Altersgrenze. Zudem ist es möglich, im Organspendeausweis zu bestimmen, welche Organe und Gewebe man spenden möchte und welche nicht.
Die manchmal vorhandene Angst, dass auf einer Intensivstation nicht alles medizinisch Mögliche unternommen würde, um das Leben des Inhabers eines Organspendeausweises zu retten, ist unbegründet: Ziel der Notärzte, Rettungsteams und der Intensivmediziner ist es in jedem Fall, das Leben des Patienten zu retten. Doch manchmal kommt alle ärztliche Hilfe bei Krankheit oder Unfallfolgen zu spät. Die behandelnden Intensivmediziner haben im Übrigen mit der Organentnahme und Transplantation nichts zu tun.
Einen Organspendeausweis erhalten Sie in vielen Arztpraxen, Apotheken oder bei Ihrer Krankenkasse.
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