Hamburg – Spitzenstandort für Herzchirurgie und Kardiologie

Behandlungsergebnisse deutlich besser als im Bundesdurchschnitt – Neu: Hamburger Krankenhausspiegel mit Qualitätsvergleichen für elf Behandlungen im Bereich Herzchirurgie, Herzschrittmacher und Defibrillator
23.02.2017

Der Hamburger Krankenhausspiegel, das große Vergleichsportal für Behandlungsqualität der Hamburger Kliniken, ist erneut stark erweitert worden: Ab sofort werden Qualitätsvergleiche für alle wichtigen Eingriffe am Herzen veröffentlicht – in den Bereichen Herzkatheter-, Bypass-, Herzklappen-, Herzschrittmacher- und Defibrillator-Operationen. Dabei zeigt sich, dass Hamburg hier bei zwei Dritteln aller Vergleichskriterien bessere Werte aufweist als der Bundesdurchschnitt. Die Hansestadt mit ihren vier herzchirurgischen Kliniken stellt somit einen der Spitzenstandorte für Herzchirurgie und Kardiologie in Deutschland dar.

Neben den vier großen herzchirurgischen Kliniken, die Bypass- und Herzklappen-Operationen durchführen – Universitäres Herzzentrum (UHZ), Asklepios Kliniken St. Georg und Harburg sowie Albertinen-Krankenhaus –, gibt es in der Hansestadt rund ein Dutzend weiterer Kliniken, die Eingriffe am Herzen vornehmen, etwa Herzkatheter-Behandlungen oder Implantationen von Herzschrittmachern und Defibrillatoren. „Hamburg verfügt somit über eine ausgezeichnete Infrastruktur im Bereich der Kardiologie und Herzchirurgie, die weit über die Landes- und auch Bundesgrenzen hinausstrahlt“, stellt Dr. Claudia Brase, Geschäftsführerin der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft (HKG) fest. Dies zeigt schon eine einfache Rechnung: Machen die Hamburger rund 2,2 Prozent der deutschen Bevölkerung aus, so werden in der Hansestadt 4 Prozent aller Bypass- und Herzklappen-Operationen bundesweit vor-genommen. Im Jahr 2015 waren es 1.500 Bypass-, 1.280 Herzklappen- und 200 kombinierte Bypass-Herzklappen-Operationen, außerdem 18.600 Herzkatheter-Behandlungen, 1.460 Defibrillator- und über 2.500 Herzschrittmacher-Eingriffe. Mit Herzkatheter- und Bypass-Operationen werden lebensgefährliche Verengungen der Herzkranzgefäße sowie Herzinfarkte behandelt, mit Herzschrittmachern Herzrhythmusstörungen in Form eines zu langsamen Herzschlags versorgt, mit Defibrillatoren Schutz vor schnellen Arrhythmien, häufig in Form von Kammerflimmern oder Kammerflattern, geboten.

Herausragende Qualitätsergebnisse

Nicht nur die Anzahl der Eingriffe zeugt von der hohen Leistungsfähigkeit und Professionalität der Hamburger Kardiologen und Herzchirurgen, sondern auch die sehr guten Qualitätsergebnisse, die im Hamburger Krankenhausspiegel jetzt in gewohnt patientenfreundlicher Weise mit Schaubildern und erklärenden Texten dargestellt werden. So liegt die Sterblichkeit in Hamburger Krankenhäusern bei offen-chirurgischen Herzklappen-Operationen bei lediglich 0,8 Prozent der operierten schwer herzkranken Patienten, im Bundesdurchschnitt hingegen sind es 3,0 Prozent. Neurologische Komplikationen wie Schlaganfälle treten bei kombinierten Bypass-Herzklappen-Operationen bei nur 0,6 Prozent der Hamburger Patienten auf, bundesweit ist der Durchschnittswert dreimal so hoch. Für Bypass-Operationen wird gemäß dem aktuellen medizinischen Standard in 97,7 Prozent aller Fälle die Brustwand-Arterie verwendet, bundesweit sind es drei Prozentpunkte weniger. „Die große Expertise der Hamburger Krankenhäuser zeigt sich zum Beispiel auch in den vergleichsweise sehr kurzen Operationszeiten bei Herzschrittmacher- und Defibrillator-Eingriffen, die eine deutlich geringere Belastung für die Patienten mit sich bringen“, erläutert Privatdozent Dr. Gerian Grönefeld, Chefarzt der Kardiologischen Klinik der Asklepios Klinik Barmbek. „Auch bei Herzkatheter-Behandlungen ist die Strahlenbelastung und die eingesetzte Kontrastmittelmenge erheblich geringer als im Bundesvergleich.“ Insgesamt weist Hamburg bei zwei Drittel aller gemessenen Qualitätskriterien im Bereich Herz bessere Ergebnisse auf als die Gesamtheit aller kardiologischen und herzchirurgischen Kliniken in Deutschland.

Hamburg Ziel von schwer herzkranken Patienten

Aufgrund der in Hamburg vorhandenen Spezialisten und der exzellenten Infrastruktur kommen Patienten aus dem In- und Ausland für besonders schwierige und riskante Herz-Operationen extra in die Hansestadt oder werden von Kliniken außerhalb der Hansestadt nach Hamburg verlegt. Die guten Zahlen sind auch deshalb besonders eindrucksvoll, da es bei sehr komplexen und aufwendigen Eingriffen durchaus vermehrt zu Komplikationen kommen kann im Vergleich zu Kliniken, die ausschließlich Standard-Eingriffe durchführen.

Innovative Methoden zur Behandlung defekter Herzklappen

Die hohe Attraktivität der Hamburger Herzchirurgien liegt auch in ihrem internationalen Renommee begründet, das sie durch innovative Behandlungsmethoden erworben haben. Herzklappen-Erkrankungen konnten z.B. bis vor wenigen Jahren nur mit Öffnung des Brustkorbs und Einsatz der Herz-Lungen-Maschine operiert werden. Inzwischen kommt immer häufiger – bei schlagendem Herzen – der Katheter zum Einsatz, ein dünner, flexibler Draht, der von der Leiste aus durch die Schlagader zum Herzen vorgeschoben wird. An seinem Ende befinden sich Mikro-Werkzeuge, mit denen die defekten Herzklappen repariert oder ersetzt werden können. So ist es zum Beispiel möglich, undichte Herzklappen mit einem Clip zu straffen und wieder abzudichten. Ist der Mitralklappenring, in dem die Herzklappe sitzt, erweitert, kann über einen Katheter ein spezielles Band verankert werden, das den Ring wieder zusammenzieht. Auch komplette Herzklappen können zum Beispiel mithilfe einer Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI) per Katheter in die ursprüngliche, defekte Aortenklappe eingesetzt werden. Bei alten und schwer kranken Patienten wird diese Methode inzwischen bevorzugt eingesetzt, da sie deutlich weniger belastend ist.

Neue Generation von Herzschrittmachern in Erprobung

Auch im Bereich der Herzschrittmacher-Therapie gibt es Innovationen. „Hatten frühere Schrittmacher noch etwa die Größe einer Streichholzschachtel, kommt eine neue Generation von Geräten mit einem Zehntel dieser Ausmaße und lediglich zwei Gramm Gewicht aus“, so Chefarzt Dr. Grönefeld. „Dadurch können sie mit einem minimal-invasiven Eingriff durch eine Beinvene bis in die rechte Herzkammer eingeführt und dort befestigt werden. Sie können von außen programmiert werden und benötigen keine Sonde mehr.“ Somit entfallen viele Probleme herkömmlicher Schrittmacher wie Bruch, Verschiebung oder Verdrehung der Sonde oder eine Infektion im Taschen-Bereich.

Behandlung von Herzrhythmus-Störungen mit Strom oder Kälte

Herzrhythmusstörungen, insbesondere Vorhof-Flimmern, können heute sehr gut mit Katheterverfahren behandelt werden. Bei der Pulmonalvenen-Isolation wird z.B. Herzgewebe im Bereich, in dem die Lungenvenen in den linken Herzvorhof münden, mit Hochfrequenzstrom verödet. Inzwischen ist gesichert, dass Vorhof-Flimmern durch elektrische Störsignale in diesem Bereich entsteht. Mithilfe der Verödung können diese Signale und somit die Rhythmusstörungen beseitigt werden. Alternativ zu elektrischen Impulsen wird das Herzgewebe, das Fehlreize aussendet, vermehrt auch mit Kälte von bis zu minus 75 Grad verödet.

Qualitätsergebnisse aus zwölf weiteren Behandlungsgebieten

Die aktuellen Qualitätsergebnisse aus den Bereichen Herzchirurgie, Herzkatheter-Anwendungen, Herzschrittmacher- und Defibrillator-Versorgung präsentiert der Hamburger Krankenhausspiegel ab sofort in ausführlichen Rubriken. Darüber hinaus werden aufschlussreiche Qualitätsdaten aus zwölf weiteren besonders häufigen oder komplizierten Behandlungsgebieten wie Geburtshilfe, Schlaganfallbehandlung, Hüft- und Kniegelenkersatz, Lungenentzündung in leicht verständlichen Schaubildern dargestellt. Ergänzt werden sie durch Erläuterungstexte zu den Erkrankungen sowie den Diagnose- und Therapiemöglichkeiten des jeweiligen Gebiets. Zusätzlich werden die Zufriedenheitswerte der hamburgweiten Patientenbefragungen dargestellt. Ausführliche Porträts aller Krankenhäuser mit aktuellen Kontaktdaten runden das Informationsangebot des Hamburger Krankenhausspiegels ab. Dr. Brase von der HKG: „Den Patienten bietet der Hamburger Krankenhausspiegel umfassende Informations- und Vergleichsmöglichkeiten über die Krankenhäuser unserer Stadt, ihre Leistungen und ihre Behandlungsqualität.“

Weitere Informationen unter: www.hamburger-krankenhausspiegel.de

Pressekontakt:

Frank von Spee

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Tel.: 040 – 31 78 64 28
Fax: 040 – 31 78 64 64,
E-Mail: vonspee@hamburger-krankenhausspiegel.de

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