Hamburger Kliniken sind bei der Bekämpfung von Krankenhausinfektionen gut aufgestellt

MRSA-Infektionen sind rückläufig – Patienten werden zu Unrecht verunsichert
16.07.2018

Das Thema Hygiene hat in allen Hamburger Krankenhäusern allerhöchsten Stellenwert. Seit Einführung der Hamburgischen Verordnung über die Hygiene und Infektionsprävention in medizinischen Einrichtungen im Jahr 2012 legen die Hamburger Krankenhäuser ihre umfangreichen Vorgehensweisen zur Bekämpfung, Erfassung und Bewertung von Infektionen, die sich Patienten im Krankenhaus zuziehen (so genannte nosokomniale Infektionen), in einem jährlichen Hygienebericht vor. Die Berichte zeigen, dass in den Hamburger Krankenhäusern die geltenden Hygieneregeln beachtet werden und ein hoher Standard bei der Prävention von nosokomnialen Infektionen vorherrscht. Das hat bereits dazu geführt, dass die Anzahl übermittelter MRSA-Infektionen seit 2013 von 65 Fällen auf 37 Fälle in 2016 zurückgegangen ist. Darauf weist die Hamburgische Krankenhausgesellschaft anlässlich eines aktuellen Berichtes im Hamburger Abendblatt hin, der Patienten hinsichtlich der Hygienesicherheit in Hamburger Krankenhäusern zu Unrecht verunsichert. „Noch nie waren Aufenthalte in Krankenhäusern so sicher wie heute. Sämtliche in den vergangenen Jahren von der Gemeinschaft der Klinikbetreiber ins Leben gerufenen Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität der Patientensicherheit zeigen Wirkung. Wer diese Fortschritte in Zweifel zieht, ignoriert die nachweislich rückläufigen Infektionszahlen in den Kliniken. Patientinnen und Patienten, die geplant oder im Notfall auf die Dienste der Krankenhäuser angewiesen sind und zum Teil längere Zeit stationär aufgenommen werden müssen, werden so unnötig verunsichert“, sagt Dr. Claudia Brase, Geschäftsführerin der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft.

In den Hamburger Krankenhäusern arbeiten mittlerweile 289 Ärzte als Hygienebeauftragte. Dazu kommen in jedem Haus speziell ausgebildete Hygienefachkräfte und eine regelmäßig tagende Hygienekommission, die unter Leitung des Ärztlichen Direktors die bereichsübergreifende zentrale Steuerung aller Hygienemaßnahmen sicherstellt. Die Ärzte und Fachkräfte sorgen auf Stationsebene für eine Umsetzung grundsätzlicher Hygieneregeln wie Händedesinfektion, sterile Arbeiten am Patienten oder hygienegerechte Reinigung von Oberflächen. In allen Hamburger Krankenhäusern werden auf diese Weise die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert-Koch-Institut (KRINKO) umgesetzt.

MRE-Netzwerk unterstützt Screening von Patienten vor Aufnahme in die Klinik

Besonderes Engagement zeigen die Krankenhäuser in Hamburg gemeinsam mit ambulanten Einrichtungen des Gesundheitswesens (z.B. Rettungsdienste, Arztpraxen, Pflegeheime) bei der durch die KRINKO empfohlenen Kontrolle von Risikopatienten, bevor diese in ein Krankenhaus eingeliefert werden. So hat sich schon vor Jahren das so genannte MRE-Netzwerk unter Beteiligung zahlreicher Akteure aus dem stationären und ambulanten Bereich gebildet, um gemeinsam, sektorenübergreifend gegen multiresistente Erreger (MRE) vorzugehen. Bereits seit zwei Jahren gibt es die vom MRE-Netzwerk entwickelten MRE-Begleitbögen zur Ermittlung von multiresistenten Krankheitserregern bei Krankentransporten und Einsätzen von Rettungsdiensten, so dass das Krankenhauspersonal bereits bei der Einlieferung des Patienten entsprechende Maßnahmen ergreifen kann, die einen Ausbruch der Keime verhindern. Hinzu kommt, dass nahezu alle Krankenhäuser in Hamburg bei der Aufnahme sogenannter Risikopatienten ein Screening auf die bekannten Problemkeime MRSA vornehmen. Risikofaktoren sind u.a. das Vorliegen schwerer Grunderkrankungen (z.B. Dialysepatienten), vorausgegangene längere Krankenhausaufenthalte, vorausgehende Operationen oder antibiotische Vorbehandlungen.

Fälle von MRSA-Infektionen in Hamburg weit unter Bundesdurchschnitt

„All diese Maßnahmen führen dazu, dass die Hamburger Krankenhäuser eine gute Qualität bei der Bekämpfung von Krankenhausinfektionen zeigen“, erklärt Dr. Claudia Brase, Geschäftsführerin der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft. „Das drückt sich auch darin aus, dass wir bei jährlich über 500.000 stationär behandelten Patienten in Hamburg eine vergleichsweise geringe Zahl an übermittelten Fällen von behandlungsbedürftigen MRSA-Infektionen haben. Laut Jahrbuch des Robert-Koch-Institutes für 2016 kam es in Hamburg zu zwei Fällen pro 100.000 Einwohner. Damit liegen die Hamburger Krankenhäuser weit unter dem Bundesdurchschnitt von knapp vier Fällen und im Vergleich zu allen anderen Bundesländern an drittbester Stelle hinter Baden-Württemberg und Bayern. Und das vor dem Hintergrund einer weiteren Ausbreitung resistenter Keime.“

„So belastend jeder einzelne Fall auch ist – besonders wenn er zum Tode eines Patienten führt – darf daraus keine verallgemeinernde Beschreibung der Situation in den Hamburger Krankenhäusern abgeleitet werden“, so Dr. Brase weiter. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hamburger Krankenhäuser setzen sich jeden Tag mit hoher Kompetenz und großem Engagement für das Wohl der Patienten ein. Die strenge Einhaltung von Hygienemaßnahmen liegt dabei auch im eigenen Interesse. „Die Patienten können sich darauf verlassen, dass ihre Sicherheit in den Hamburger Krankenhäusern gewährleistet ist“.

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